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Was das Wasser erzählt

So beginnt die Geschichte

So lautet der Filmtitel

Was das Wasser erzählt (2018–2026) von Maria Iorio / Raphaël Cuomo ist ein Kunst-und-Bau-Projekt der Stadt Zürich für die Wohnsiedlung Leutschenbach in Zürich-Seebach. Die Werkgruppe umfasst einen Film, ein in der edition fink erscheinendes Buch, eine Textinstallation und die Website wasdaswasser.xyz. Informationen zum Projekt und zu kommenden Veranstaltungen sowie die Credits finden sich unten.

Entends la voix de l’eau (Birago Diop, Souffles)

All water has a perfect memory and is forever trying to get back to where it was. (Toni Morrison)

L’histoire d’un ruisseau, même de celui qui naît et se perd dans la mousse, est l’histoire de l’infini (Elisée Reclus, Histoire d’un ruisseau)

Was das Wasser erzählt ist eine Einladung, einem Fluss, der Geschichte eines Baches, dem Murmeln des Wassers, zu lauschen. Diese Fabulierung fordert uns auf, das Wasser als Quelle des Lebens zu achten, eines Lebens in Bewegung, das sich ständig wandelt und Neues schöpft – Hydropoetik. Das Wasser plätschert dahin, manchmal tritt es über die Ufer, bildet stehende Gewässer, als hätte es seine vorherigen Zustände nie vergessen. Dieses Wasser hier hat zudem das rasche Wachstum der Stadt erlebt, die sich auf immer mehr ehemalige Feuchtgebiete ausdehnt. Die Veränderungen des neuen Stadtviertels sind folglich mit hydrologischen Prozessen auf lokaler und planetarischer Ebene verwoben. Das Fliessen des Wassers nimmt uns mit in die unendlichen Kreisläufe der Elemente, in Dimensionen, die die geographischen und zeitlichen Grenzen unserer gewohnten Denkweise und Eingebundenheit in der Welt übersteigen.

Film

Ich bin der Reiher. Die Stimme einer Frau berichtet von einer aussergewöhnlichen Begegnung mit einem Reiher an einem Bach. Ist es ein Traum, eine Halluzination, Erschöpfung durch Überarbeitung? Was das Wasser erzählt folgt dem Lauf des Baches und lenkt die Aufmerksamkeit auf Wesen, die oft ungehört und unsichtbar bleiben. Dem Rauschen des Wassers lauschend zeigt der Film, wie die städtische Ausdehnung uralte Sumpfgebiete überdeckt, das «wilde» Leben, das sich ohnehin längst an die Koexistenz und das Zusammenleben mit den Menschen gewöhnen musste, zu zerstören und die Bewohner aus längst vergangenen oder bereits vergessenen Zeiten zu vertreiben und ihre kaum wahrnehmbaren Spuren auszulöschen droht.

Was das Wasser erzählt (2018–2026, 80 Min., Sprachen: Tigrinya, Japanisch) nutzt das Medium des Films, um die Stimmen des Wassers und seine Sprache zu hören. Ferner wird es durch den Perspektivenwechsel möglich, Wasser als einen gemeinsamen Ort der verschiedenen Ökosysteme zu begreifen. Der Film regt zu einer radikalen Dezentrierung an und schlägt einen Wahrnehmungswandel vor, der mehr-als-menschliche Welten und fragile Koexistenzformen verschiedener Arten offenbart. Diese Umkehrung lädt uns dazu ein, über die Kolonisierung natürlicher Lebensräume nachzudenken, die die Menschheit im Laufe der Jahrhunderte vorangetrieben hat, indem sie Gewässer verschmutzt und Flora und Fauna ihre willkürliche Klassifizierung des Lebens sowie ihre Gewalt aufgezwungen hat. Es geht also nicht mehr nur darum, dem Wasser Aufmerksamkeit zu schenken, seine unsichtbaren Erscheinungsformen und vielfältigen Zustände sichtbar zu machen, sondern vielmehr darum, sich mit all den Lebensformen zu befassen, die das Wasser auf diesem Planeten ermöglicht, um sie besser schützen zu können.

Die erweiterte Fassung des Films wird nach Abschluss des Projekts in Kürze auf dieser Plattform zu sehen sein.

Buch

Was das Wasser erzählt ist ein Künstler:innen:buch, das in Zusammenarbeit mit der edition fink, Zürich, entstanden ist. Durch die Veröffentlichung des vollständigen Skripts ist das Buch eine Wiederaufnahme und Erweiterung der Filmhandlung in literarischer Form. Daneben bietet es zusätzliche Quellen, eine Sammlung von Texten und Bildern, Filmstills sowie Arbeitsdokumente, gibt Einblick in die Zusammenhänge der Erzählung und zeichnet den künstlerischen Prozess nach, der die verschiedenen zwischen 2018 und 2026 entwickelten Produktionen geprägt hat.

Das Buch erscheint im November 2026 in der edition fink.

Textinstallation

Die Textinstallation ist dauerhaft im öffentlichen Raum von Zürich-Seebach zu sehen. Sie erstreckt sich über die Wand von Passage 6 in der Wohnsiedlung Leutschenbach, Leutschenbachstrasse 86, 8050 Zürich.

Informationen und kommende Veranstaltungen

Was das Wasser erzählt wurde im September 2025 feierlich eingeweiht. Die künstlerischen Beiträge, die seit 2019 als Kunst-und-Bau-Projekt für die Wohnsiedlung Leutschenbach in Zürich-Seebach entstehen, wurden in einer öffentlichen Veranstaltung gezeigt. In Verbindung mit der dauerhaften Textinstallation wurde in einer Ausstellung vor Ort eine installative Fassung des Films sowie das Buchprojekt präsentiert. Dieses einmalige Ereignis führte die verschiedenen Teile der Werkreihe zusammen und zeigte den Film an einem seiner Drehorte. Als Ergebnis eines langen Recherche- und Produktionsprozesses hat es die bedeutsamen Transformationen dieses Gebiets sichtbar gemacht. Indem Was das Wasser erzählt unsichtbare Schichten der Vergangenheit, deren Auslöschung und ihre Nachwirkungen sowie jene Lebensbewegungen offenlegt, die die Gegenwart umgestalten und unsere zukünftige Welt vorwegnehmen, möchte das Projekt zu einem lebendigen Stadtgedächtnis beitragen, das den sozialen und ökologischen Dimensionen nachhaltig Rechnung trägt.

Es wurde eine neue, überarbeitete Fassung des Films produziert. Diese erweiterte Fassung wird beim Festival Visions du Réel 2026 gezeigt. Der Film ist Teil der offiziellen Auswahl in der Sektion Nationaler Wettbewerb. Die Vorführungen finden am 20. April (Premiere in Anwesenheit der Filmemacher und eines Teils der Crew im Kino Capitole Leone in Nyon um 18.30 Uhr) und am 23. April 2026 (Usine à Gaz, Nyon, 11.15 Uhr) statt. Weitere Informationen: visionsdureel.ch

Credits

Was das Wasser erzählt

eine Werkgruppe von Maria Iorio / Raphaël Cuomo

2018–2026

ein Kunst-und-Bau-Projekt für

Wohnsiedlung Leutschenbach, Zürich-Seebach

mit der Unterstützung von

Fachstelle Kunst und Bau, Amt für Hochbauten, Stadt Zürich

Film

Produktion

le réel et le possible

Iorio / Cuomo

Geschichtenerzählerin

Faytinga

Musik komponiert von

Diane Barbé

Stimme

Faytinga

Minami Saeki

Creative Producer

Laura Romano

mit

Feven Afeworki

Minami Saeki

im Restaurant

Mizan Ghebretinsae

Ali Aska Naziri

Samrawit Abraham

Mohammad Saber Amiri

Lizben Awet

Ismaet Ibrahim

Abdulrahman Jarkas

Yodit Kahsay

Sekandari M. Naser

Berhane Waldeselassia

auf der Baustelle

Denise Fritschi aka Küken

Landry Rut und sein Team

und alle beteiligten Arbeiter:innen

Skript und Montage

Maria Iorio / Raphaël Cuomo

Anpassung des Drehbuchs und Übersetzung ins Tigrinya

Feven Afeworki

Awet Aregay

D. (ein Forscher in Genf)

Kamera

Raphaël Cuomo

Feldaufnahmen

Maria Iorio

Tonberatung und Abmischung

Gilles Aubry

Weitere Tonaufnahmen

Diane Barbé

Stéphane Vecchione

Kontrabass, Schlagzeug, Geräuscheffekte

Pia Achternkamp

zusätzliche elektronische Klänge

Irwin Barbé

Instrumentenbau und -reparatur

Audric Chauvin

zusätzliche Tongestaltung

Varoujan Cheterian

zusätzliche Feldaufnahmen

Pablo Diserens

Tonstudio

Phonotope – Ateliers du Simplon

Antoine Eizer

Farbkorrektur

Cuttlefish

Assistent:in:en

Soën Dällenbach

Njomza Dragusha

Tony Stio

Frisur

Eri Coiffure

Samrawit Kfleyesus

DCP-Produktion

Lomotion

David Röthlisberger

Publikation

Produktion

edition fink

Georg Rutishauser

Textinstallation

Herstellung

Kunstgiesserei St. Gallen

Sebastian Lenggenhager, Lex Liechti, Christoph Gunsenheimer, Nathan Federer

Website

Webentwickler

Benjamin Haeberli

Übersetzung

Viola Böhm

Simon Chapman

Christine Lemke

Laura Strack

Hubertus von Gemmingen

in Zusammenarbeit mit

Clou Architekt:innen

Andreas Feurer, Patrick Krecl, Hannes Ludwig

Atelier Oriri Landschaftsarchitekten

Tanja Gemma, Ramel Pfäffli

Naturhistorisches Museum der Universität Zürich

Isabel Klusman

Restaurant Riedbach

Christine Fitzinger, Tobias Grunder

das Team

Gabor Brinckmeyer, Kathrin Hädrich, Martin Lange, Ralph Schläpfer, Stefan Triebs

die Lernenden

Martin Cinrarin, Traore Kaim, Daniel Kasende, Tenzin Kanamtsang, Aman Menges, Sarmeila Navaneethan, Liagadkhan Oryrkhail, Ali Shafaci

C–A–L–M

Centre d’art la Meute, Lausanne

Gezana — Schweizerisch-Eritreischer Verein

Feven Afeworki – Kulturkoordinatorin

Danke an

Awet Aregay, Gilles Aubry, Simon Chapman, Ruth Childs, Ciro und Geneviève Cuomo, D. (ein Forscher in Genf), Oriane Emery, David Fonjallaz, Aio Frei, Daniel Hauser, Gästehaus Hunziker, Tobias Hering, Philipp Kast, Isabel Klusman, Franz Krähenbühl, Jan Lemitz, Christine Lemke, Federica Martini, Dominique Mathitot, Jordane Maurs, Seraphin Müller, Yasmin Naderi Afschar, Eveline Odermatt, ogs-seebach.ch, Rigo Pohl, Jean-Rodolphe Petter, Jacopo Rasmi, Hans Rudolf Reust, Elena Riccobene, Laura Romano, Romy Ruegger, Georg Rutishauser, Marc-Olivier Schatz, Samuel Schellenberg, Anselm Stalder, Stéphane Vecchione, Yvonne Wilhelm, Arnold Wirz, Anna Wódkowska

Besonderer Dank an

Feven Afeworki, Kristin Bauer, Tobias Grunder

Dahab Faid Tinga

und die Reiher, die uns von Anfang an begleitet haben

Stadt Zürich